Liebe Patienten,

Willkommen in 2022.

Ich hoffe Sie hatten einen schönen Jahreswechsel trotz der widrigen Begleitumstände. Ich habe ihn übrigens selig überschlafen. In Österreich wurden bereits um 22:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt (Sperrstunde). Dafür hatten wir eine ausgeruhte, Stress und Staufreie Rückreise am 01.01.2022 und eine Ankunft bei frühlingshaften Temperaturen in der Grafschaft.

Wir legen am 04.01.2022 trotz aller Umstände wieder los in der Praxis. Wie nicht anders zu erwarten unter einer neuen Coronawelle. Unsere Lernkurve ist leider sehr flach. Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich meine uns alle, nicht nur die vermeintlich verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, die sog. Expertinnen und Experten und und und – nein ich meine uns alle.

Erinnern Sie sich noch an mein Praxis Intern vom Sommer. Ich habe vorgeschlagen die Bundestagswahlen auf 2022 zu verschieben und sich statt dessen um die 4te bzw. 5te Welle zu kümmern. Natürlich hört keiner auf mich. Dafür haben wir jetzt wieder das gleiche Desaster wie im Winter zuvor. Omikron statt Delta heißt jetzt der Bösewicht. Impfen, Impfen, Impfen hat nicht geklappt. Testen, testen, testen hat außer einem unbezahlbaren Schuldenberg auch nicht viel gebracht und jetzt heißt es Boostern, Boostern, Boostern. Sie können ja mal für sich tippen was daraus wird. Die Chancen dass Sie richtig liegen sind immerhin deutlich höher als beim Lotto-Tipp.

Vor dem Schreiben dieser Zeilen kam die Meldung auf mein Handy das 4 Bayernspieler unter ihnen Manual Neuer sich trotz Boostern mit Corona infiziert haben. Es war nur noch nicht klar mit welcher Variante. Bringt also alles nichts werden die Impfgegner sagen. Erinnern Sie sich an eine der ersten Corona -Ausgaben von Praxis Intern? Ist schon eben her. Da habe ich den Zusammenhang zwischen Impferfolg und einem kompetenten Immunsystem erklärt. Damals wie heute gilt: das haben wir als Medizinstudenten im vierten Semester Biochemie alle mal gelernt, nur offensichtlich haben es die meisten vergessen.

Was hat das mit Neuer und Konsorten zu tun fragen Sie? Nun das sind hochgezüchtete Hochleistungssportler. Die bekommen schon beim Anflug eines bereits im Vorruhestand befindlichen Bakterienstammes ein Kratzen im Hals. Viren vom Kaliber Delta oder Omikron sind wahre Monster für sie. Hinzu kommt: Herr Neuer war auf den Malediven und die beiden Franzosen daheim in den Weihnachtsferien. Wie war nochmal die Empfehlung von Titan Söder. Bitte feiern Sie daheim im kleinen Kreis …

Einen habe ich noch: Vom Talkshow Kasperl zum Bundesgesundheitsminister hat er es endlich doch noch geschafft: der Lauterbach Karl. Ganz ehrlich. Er tut mir schon ein wenig leid. Den Bockmist den Herr Spahn und seine Getreuen in 2 Jahren verbrochen haben kann man nun wirklich nicht im Handumdrehen korrigieren. Leider hat er an seiner Seite einen der größten Schwachmahnen die das deutsche Gesundheitswesen je hervorgebracht hat. Unser Lothar. Natürlich nicht Matthäus sondern Wieler.

Der RKI-Chef hat es nicht fertiggebracht die deutschen Gesundheitsämter zu vernetzen und die Datenerfassung auch an Wochenenden und Feiertagen (ich kann die Sprüche in den Nachrichtensendungen nicht mehr hören) aktuell und zeitnah zu ermöglichen. Was glauben Sie was mit einem Verantwortlichen in der freien Wirtschaft passiert, wenn er sich etwas ähnliches leistet? Sie haben recht: die Abfindung wird höher sein als bei Herrn Wieler. Aber machen Sie sich keine Gedanken: für seine Rentenerwartung müssten normale Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehrfach auf die Welt kommen und mindestens 40 Jahre brav einzahlen.

So jetzt habe ich genug gelästert. Was gibt es neues in der Praxis?

Stand heute (02.01.2022) gehen wir mit der gleichen Mannschaftaufstellung in die Saison 2022. Ich hoffe wir bleiben alle gesund. Wir testen uns regelmäßig und geben viel Geld und Mühe aus um die höchstmöglichen Hygienestandards für Sie zu erbringen.

Das Fachthema dieser Ausgabe lautet:

„Schutzimpfungen geben das Coronavirus SARS-CoV-2 in Zahnarztpraxen“

Mit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes in § 20 b sind am 10.12.2021 die Voraussetzungen geschaffen worden, dass auch in Zahnarztpraxen Zahnärztinnen und Zahnärzte gegen das Coronavirus impfen dürfen. Hört sich erst einmal nicht schlecht an. Aber dann kommt es …

Originaltext … Damit verbunden sind organisatorische und technische Voraussetzungen, beispielsweise eine ärztliche Schulung, Einbindung der Praxis in die RKI-Impfsurveillance (??? .. !!!) , tagaktuelle Übermittlung der Impftätigkeit, Möglichkeit zur Ausstellung der Impfzertifikate, Schaffung geeigneter Infrastrukturen für Beschaffung, Lagerung und Handhabung der Impfstoffe, Schaffung von Regelungen zur Vergütung und Abrechnung sowie die Klärung von Haftungsfragen.

Mit mehr Originaltext möchte ich Sie nicht belasten. Nur so viel zum Abschluss. Ich bin seit fast 40 Jahren approbierter Zahnarzt aus Leidenschaft. Davon fast 36 Jahre in eigener Praxis. Seit 1985 – Sie können das in unserer Homepage gerne nachlesen – habe ich mich regelmäßig fortgebildet, an vielen Wochenenden mit viel Praxisausfall und ausschließlich auf eigene Kosten. Ganz ehrlich: als ich den Text gelesen habe waren bei mir die letzten Zweifel verschwunden und es war mir klarer denn je warum wir das mit dem Impfen nicht hinbekommen und das Virus in naher Zukunft nicht in den Griff bekommen werden. Leider.

Bleiben Sie gesund  – I h r Dirk Schlieper

Es gibt natürlich noch einen Spruch dieser Ausgabe

„Das Leben ist wie eine Wanderung. Jeder Abschnitt fordert ein anderes Tempo““
(Rüdiger Kowalke – Fischereihafenrestaurant Hamburg)