Liebe Patienten,

Ja es gibt immer noch Corona. Und wir werden nach wie vor nicht damit fertig. Und ich habe die Hoffnung aufgegeben dass wir das in absehbarer Zeit schaffen. Es sei denn das Virus hilft uns ..

Topthema ist plötzlich ein ganz anderes geworden. Ein Krieg mitten in Europa im 21. Jahrhundert. Unfassbar oder? Und die ganze Welt schaut mehr oder weniger hilflos zu wie ein offensichtlich körperlich geschwächter, geistig verwirrter Aggressor Menschenleben in unvorstellbarer Anzahl vernichtet und deren Hab und Gut und alles was ihnen lieb war ebenfalls – wie viele es ungefähr sein könnten werden wir erst abschätzen können wenn alle Massengräber entdeckt sind. Ein Morden und Vernichten das durch nichts erklär oder entschuldbar ist , allerdings offensichtlich von langer Hand vorbereitet war.

Auch da haben wir tatenlos zugesehen und uns nur um die Weiterentwicklung unserer Wohlstandgesellschaft gekümmert – koste es was es wolle – und es hat gekostet wie wir am Klimawandel unschwer erkennen können. Und auch da bin ich sicher – den bekommen wir auch nicht in den Griff. Vor diesem Hintergrund erscheint es nur noch unsinniger einen Krieg anzuzetteln um territoriale Interessen zu verwirklichen.

Im Klartext: Es wird in naher Zukunft nur noch wenig bewohnbaren Erdraum auf diesem Planeten geben an denen Überflutungen, Dürren etc. menschliches Leben noch erlauben werden. Und den müssen wir gemeinsam nutzen. Je eher wir das kapieren desto besser. Lange geht das nicht mehr gut auf Mutter Erde. Keine rosigen Aussichten oder? Arme Spaßgesellschaft.

Was gibt es Neues in der Praxis?

Gute Nachrichten. Wir haben zwei neue Mitarbeiterinnen für unser Team gewinnen können. Sylvie Aink wird uns im Background verstärken. Der ist sehr wichtig und da gibt es viel zu tun. Davon bekommen Sie wenig mit. Bianca Wagner ist meine neue rechte Hand. Ein alter Mann braucht eben eine starke Frau an seiner Seite. Ein herzliches „Willkommen im Team“ an beide.

Manuela musste uns leider frühzeitig verlassen. Wir warten gespannt auf das Baby.

Leider gibt es auch eine schlechte Nachricht. Unserem treuen Praxisbegleiter Balou geht es nicht gut. Er wird am 3. Mai 12 Jahre alt. Wir hoffen dass er uns noch einige Zeit erhalten bleibt.

Das Fachthema dieser Ausgabe (aus gegebenem Anlass !!)

Schwanger und Mundgesundheit.

Während einer Schwangerschaft gibt es bei Patientinnen zahlreiche hormonelle und immunologische Veränderungen im Körper. Besonders wichtig für die Mundgesundheit ist dabei der dadurch bestehende Einfluss auf Entzündungsprozesse wie bei parodontalen Erkrankungen. Darauf sollten Sie achten.

Im Allgemeinen müssen alle Patientinnen und Patienten über eine gute Mundhygiene informiert sein und wenn man diese konsequent durchführt, macht man schon vieles sehr richtig. Spätestens aber dann, wenn eine Frau bei uns in der Praxis auf dem Stuhl sitzt und sagt, dass sie schwanger ist, muss über die Zusammenhänge von Mundgesundheit und Schwangerschaft detailliert gesprochen werden.

Schön wäre es, wenn auf dem Anamnesebogen eine Frage zu dieser Thematik stehen würde, beispielsweise ob ein Kinderwunsch besteht. Solche Fragen in der Anamnese erleichtern die Beratung der Patientin und bieten zudem einen Anknüpfungspunkt für solche Themen im Patientengespräch- Man merkt auch bereits dass das Bewusstsein der schwangeren Patientinnen für die Wichtigkeit der Mundgesundheit kontinuierlich steigt. Dennoch muss die Aufklärung in den Zahnarztpraxen und auch bei den Gynäkologinnen und Gynäkologen noch besser werden, damit speziell in dieser heiklen Zeit, wenn der Körper mit so vielen anderen wichtigen Dingen beschäftig ist, sich dieser nicht auch noch auf beispielsweise eine Zahnfleischentzündung konzentrieren muss.

Generell fehlt es bei schwangeren Patientinnen noch an Aufklärung und sie kommen daher nicht regelmäßig in die Zahnarztpraxis. Im Mutterpass gibt es bislang auch noch keinen Hinweis auf die Wichtigkeit der Zahnpflege/Vorsorge. Das Thema kommt manchmal erst während der Behandlung zur Sprache.

Denn der Zustand der Mundgesundheit ist eng mit den Vorgängen im ganzen Körper verbunden. Deswegen haben Schwangere ein erhöhtes Risiko für Karies, Erosionen, Gingivitis und Parodontitis. Das Schlimme ist, dass diese Erkrankungen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des ungeborenen Kindes haben können. In den meisten Fällen ist bei schwangeren Patientinnen eine vermehrte Blutung des Zahnfleisches vorhanden, was wahrscheinlich durch den erhöhten Östrogen- und Progesteronspiegel verursacht wird. Um potenziellen Risiken vorzubeugen, empfiehlt es sich, dass Schwangere in der Zahnarztpraxis frühzeitig mitteilen, wenn sie schwanger sind. Dann könnte speziell auf die Risikofaktoren für Mutter und Kind eingegangen werden. Kontrolltermine und Prophylaxetermine in der Zahnarztpraxis können zudem während einer Schwangerschaft häufiger notwendig sein als gewohnt.

In der Anamnese muss ebenso darauf geachtet werden, ob die schwangeren Patientinnen irgendwelche Grunderkrankungen haben die potenzielle Schwangerschaftsrisiken erhöhen könnten, wie z.B. Diabetes.

Außerdem sollte eine spezielle Schwangerschaftsanamnese durchgeführt werden, damit festgestellt werden kann, ob die Patientin beispielsweise häufig erbricht. Dies ist wichtig in Bezug auf die Belastung der Zähne durch die Magensäure und der damit verbundenen Zahnhartsubstanzdefekte (Erosionen)-. Zusätzlich ist eine detaillierte Ernährungsberatung zu empfehlen, da sich Essgewohnheiten während einer Schwangerschaft ändern können.

Die Hormonumstellung während der Schwangerschaft hat Auswirkungen auf das Zahnfleisch. Das Zahnfleisch wird stärker durchblutet, dadurch ist es weicher und möglicherweise auch angeschwollen. Bakterien können sich in dieser Zeit deutlich schneller und leichter ansiedeln und zu Entzündungen führen. Vermehrtes Zahnfleischbluten ist in den meisten Fällen das erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung (Schwangerschaftsgingivitis).

Schwangere bei denen bereits eine Parodontitis festgestellt wurde, können zudem einen progressiveren Verlauf der Erkrankung haben. Wenn die Patientin nicht über eine sehr gute Mundhygiene verfügt und die Parodontitis durch eine Dentalhygienikerin oder andere Prophylaxefachkraft regelmäßig behandelt wird und kontrolliert wird, können sich in letzter Konsequenz die Zähne lockern oder ausfallen. Dann stimme der weit verbreitete Mythos „Jedes Kind ein Zahn“.

Da es in den meisten Fällen bakterielle Zahnbeläge sind, die die parodontalen Entzündungen bei schwangeren Patientinnen auslösen, ist die erste und wichtigste Maßnahme eine sorgfältige Mundhygiene. Die gezielte Bekämpfung der schädlichen Bakterien im Mund ist dann die zentrale Behandlungsstrategie, um das Problem schnell in den Griff zu bekommen.

Es empfiehlt sich deshalb eine sorgfältige Prophylaxe zur Entfernung der harten und weichen Zahnbeläge, eine spezielle Abfrage der Anamnese und Hilfestellung für die häuslichen Pflegeinstruktionen mit Anleitung der Putztechnik, Hinweisen für die Interdentalpflege und ggfls. spezielle Pflegeprodukte für die schwangere Patientin.

Im ersten Trimenon und in der letzten Hälfte des dritten Trimenon sollten keine zahnärztlichen Wahleingriffe vorgenommen werden. Eine Schmerztherapie sollte in jedem Fall durchgeführt werden, da die Stresssymptomatik unter Schmerzen einen ungünstigeren Einfluss auf Mutter und ungeborenes Kind nehmen kann als die negativen Folgen einer Behandlung.

Für die konsequente häusliche Mundhygiene ist unerlässlich, dass morgens und abends mindestens zwei Minuten Zähne geputzt werden und zusätzlich einmal am Tag die Zahnzwischenräume mit speziellen Interdentalbürsten und/oder Zahnseide gereinigt werden. Außerdem können schwangere Patientinnen noch auf verschiedene Pflegeprodukte und Hausmittel ohne Alkohol zugreifen.

Einen Werder Kommentar gibt es ebenfalls aus gegebenem Anlass 2 : 3 gegen Kiel nach 2 : 0 Führung !! ?? nicht.

Dafür aber einen wie ich finde tollen Spruch:

Glücklich sein ist das Folgeprodukt davon jemand anderen glücklich gemacht zu haben

– Karl Pilsl, östereichischer Wirtschaftspublizist

In diesem Sinne bleiben Sie gesund um kommen Sie gut durch die (schlimme) Zeit

I h r Dirk Schlieper