Liebe Patienten,

als ich diese Zeilen geschrieben habe waren wir – hoffentlich alle – geschockt durch die plötzlich wieder hochschnellenden Infektionszahlen in unserem Land, verursacht durch die ebenfalls schockierenden Zustände in den fleischverarbeitenden Betrieben – Tönnies, Wiesenhof und Dönerherstellern – die gerade in den Schlagzeilen waren.

Dennoch können wir auch etwas aus den Fällen lernen. Die Ausbreitung des Virus hat offensichtlich etwas mit der Temperatur in seinem Umfeld zu tun. Das heißt aber im Umkehrschluss und da stimme ich tatsächlich mal mit den Virologen und Epidemologen überein: wir sollten uns nicht vormachen dass die vor den o.g. Vorfällen doch recht niedrigen Zahlen an Neuinfektionen allein auf unser vorbildliches Verhalten  zurückzuführen sind. Die Virulenz des Erregers verändert sich offenbar abhängig von der Temperatur .. .. und der Herbst und der Winter werden kommen.

Wir haben unsere Klimageräte deshalb nicht eingeschaltet. 25 Grad und mehr erscheinen dem Virus bereits zuzusetzen. Das gilt auch für die Klimaanlagen in Ihrem Auto. Wenn Sie nicht verzichten können oder wollen stellen Sie die Temperatur bei 25 Grad oder mehr ein. Das Problem besteht natürlich auch in den Flugzeugen. Da können Lufthanse und Co noch so viel dementieren. Was bleibt ihnen auch anders übrig. Aber auch die werden einsehen müssen, dass wir es in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten deutlich übertrieben haben. Es muss weniger Flugzeuge und Flüge geben. Das sind wir unserer Umwelt einfach schuldig. Das gleiche gilt – auch wenn Sie begeisterte(r)  Kreuzfahrerin(r) sind – für den Wahnsinn mit diesen schwimmenden Kleinstädten.  Auch hier ist weniger mehr.

Aber ich will Ihnen nicht die Laune verderben. Jede(r) muss für sich entscheiden wie sie oder er in Zukunft Urlaub und Freizeit gestalten wollen.  Die Medien stilisieren diese Frage ja zu einem ernsthaften Problem. Ganz ehrlich: wenn das  aktuell unsere größte Sorge ist haben wir wirklich gar nichts verstanden. Ich finde wir haben es wunderschön hier in der Grafschaft und die Zahl der Neuinfektionen ist seit Wochen bei Null. Ist das wirklich so schlimm, wenn wir mal einen Sommerurlaub daheim verbringen?

Und eines kann ich Ihnen gesichert mit auf den Weg geben: die Zahlen die aus den sog. Urlaubsländern wie Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien, Österreich und und und … gemeldet werden, sind alles andere als glaubwürdig, allerdings verständlich weil allen gemein ist: Das Wasser steht Ihnen bis zum Hals.

Was gibt es Neues in der Praxis?

Wir sind alle gesund. Bislang wurde keine/r positiv getestet. Die  strengen Hygieneregeln machen uns zu schaffen. Die Privatversicherer haben uns durch eine Coronapauschale unterstützt. Von den kranken Kassen kommt gar nichts außer ein paar Formulare mehr und teils unverschämte Anschreiben an die Versicherten sich doch die hochgeschätzte Zweitmeinung einzuholen. Vielleicht geht’s ja auch noch günstiger? Hauptsache billig ist die Devise. Bei den fleischverarbeitenden Betrieben haben wir ja gesehen wohin das führt. Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel etc. müssen wir mit Aufschlägen von mehreren Hundert Prozent einkaufen und froh sein wenn wir Sie bekommen.

Alle dem zum Trotz haben wir am Wochenende einen Ausbildungsplatz zur zahnmedizinischen Fachangestellten in den GN ausgeschrieben. Mal sehen was passiert.

Fachthema habe ich heute keines aber dafür einen Artikel aus den ZM (zahnmedizinischen Nachrichten) zum Thema Maske: Zieh‘ dein Glück!

Wer Glück hat wurde mit Kaugummi-Automaten sozialisiert. Münze von der Oma hinein, drehen, süßes Glück. Die nächste Stufe waren die Plastikeier mit Plastik-Bastelschrott, Ingenieursglück light. Danach kamen heißer, meist scheußlicher Kaffee und irgendwann Kondome. Mutige probierten nachts, wenn alles schlief, auf dem Weg heim vom Club (damals, als man noch ausging) in der U-Bahnstation die Suppe. Meist nur einmal. Automatenware ist nichts, worüber man lange nachdenkt.

Corona macht vieles neu. Auch die Automaten. Ein Berliner Hersteller, der bislang Kaffee in Schwimmbädern und U-Bahnstationen verkaufte, will jetzt  ebenfalls auf Masken erweitern. Sein Plan: An möglichst vielen Orten sollen seine Masken-Automaten stehen. Die Maske als Lifestyle-Accessoire. Die Berliner Idee wird in Asien bestenfalls ein müdes Lächeln hinter der Maske hervorrufen: Gähn! Haben die Menschen dort schon lange. Eben noch tiefgefroren, spucken die Automaten dort sogar frittierte Nahrung aus. Demgegenüber haben Masken einen Vorteil: Sie sind duldsame Produkte, müssen weder gekühlt noch frittiert werden.

Statt Coffee to go investieren wir unser Geld künftig auf dem Weg ins Büro in die Maske des Tages. Nehmen wir heute die schwarze oder eher die weiße, weil uns irgendwie brav zumute ist? Es gibt mittlerweile auch welche, die einem eine Hundeschnauze verpassen oder ein Katzengesicht. Für die Coolen die mit Military-Muster, andere wiederum sind bedruckt mit roten Mündern oder doofen Sprüchen.

Hipster werden vielleicht weinen, wenn ihre mehr oder weniger hingebungsvoll gepflegten Bärte hinter dem Atemschutz verschwinden. Aber wird uns  nicht gerade nonstop eingebläut, dass wir alle Opfer bringen müssen? Die Hipster-Tränen, sie werden zärtlich und zuverlässig von der Maske aufgefangen.

Es wird der Tag kommen, an dem wie wieder ohne Maske aus dem Haus gehen  werden. Frei durchatmen werden, ohne dieses unvergleichlich matte und gleichzeitig beschützende Gefühl einer OP-Maske. Jede Wette, dass es uns dann seltsam vorkommen wird.

Das dicke Ende kommt zuletzt: Der Werder-Kommentar: kurz gefasst. Verdient haben Sie es nicht wirklich, aber es wäre schön wenn Sie es doch noch schaffen  würden.

Zum Abschluss natürlich noch ein toller Spruch diesmal von Dieter Hecker

„Ein freundliches Lächeln ist eine Weide für die Augen und Balsam für die Seele“

In diesem Sinne bleiben Sie gesund.

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Dirk Schlieper