Liebe Patienten:innen,

ich hatte gehofft diesmal etwas Positives über das abgelaufene Jahr schreiben zu können. Doch 2022 hat die Krise zu einem Dauerzustand werden lassen. Nach 2 Jahren Pandemie nun also Krieg an der Ostflanke Europas, Proteste im Iran, steigende Energie- und Rohstoffkosten, abbrechende Lieferketten, eine hohe Inflationsrate, hohe Krankenstände, Mangel an Fachkräften und und und. Ich könnte die Liste noch erheblich erweitern.

Am Ende des Jahres ist der erimetierte Papst Benedikt gestorben. Ich habe noch seine skandalträchtige These die er in einer seiner Vorlesungen zum Besten gegeben hat gut in Erinnerung: Religion ist nur ein Instrument der Macht. Ich bin jetzt einmal bewusst feige – ich könnte auch schreiben zurückhaltend – und kommentiere seine These nicht. Denken Sie einmal darüber nach!

Der Tod Benedikts ist sicher traurig, aber wirklich berührt hat mich die Anzeigen vom Tode eines langjährigen Patienten am 27.12.2022 in den GN. Er hinterlässt seine 91jährige Mutter die erst vor einigen Jahren den Verlust ihres Ehemannes zu beklagen hatte. So ein Schicksal finde ich wirklich traurig.

Traurig und zugleich böse war ich als ich die Berichte aus Berlin gelesen und im Fernsehen gesehen habe. Dort wurden Feuerwehrleute regelrecht in einen Hinterhalt gelockt und mit Feuerwerkskörpern beschossen. Die gleichen Erfahrungen mussten Polizeibeamte und Mitarbeiter vom THW und Notdiensthelfer machen. 

Für mich ist damit eine Deadline überschritten. Auch wenn es eine unpopuläre Maßnahme ist. Für mich gehört der freie Verkauf von Böllern und Feuerwerkskörpern etc. verboten. Und zwar sofort. Da kann die Pyrotechniklobby im November nicht behaupten sie hätten von nichts gewusst. Damit wir uns recht verstehen: Feuerwerke soll es weiterhin geben, aber von Profis installiert und gezündet und von den Initiatoren (Städte, Gemeinden, Veranstaltern etc.) angemeldet.  Aber ich habe ehrlich gesagt keine Hoffnung dass sich in diese Richtung etwas tut. Ca. 180 Millionen Euro sollen es gewesen seine die für die private Knallerei ausgegeben worden sind. Mit dem Geld hätte man sinnvolleres anstellen können. Tipps für die Unverbesserlichen: eine Reise nach Kiew buchen – dort gibt es Knallerei genug, kostenlos und mit zusätzlichem Nervenkitzel. 

Damit sind wir beim nächsten Thema: (Steuer-) Geldverschwendung. Hohe und höchste Vertreter des deutschen Staates haben die Schweden in der Coronapandemie  wegen des Umganges mit dem Virus als Vollidioten hingestellt. Mir tut das leid. Aber wir Deutschen waren ja mal wieder moralisch und medizinisch erhaben. Jetzt hat selbst der Ober-Warn-Virologe Christian Drosten die Pandemie für bald beendet erklärt. Schade für Ihn,  hat sie ihm doch zu nicht unerheblichen Zusatzeinnahmen (Podcast, Talkshows etc.) verholfen. Vielleicht hat seine Einschätzung doch noch etwas Gutes für sich bezogen auf die Maskenpflicht – die Bundesregierung musste kürzlich 180 Millionen von den Dingern entsorgen –  und die Schnell- und PCR Tests die der Rest der Welt inzwischen für weitgehend rausgeworfenes Geld hält. Hierzu habe ich keine Zahlen recherchiert. Ich möchte gar nicht wissen wieviel (Steuer) Gelder hier verballert wurden.

Was haben wir unseren Kindern angetan? Sie haben furchtbar gelitten. Es hat deutlich mehr Suizide gegeben und die (Kinder)- Psychotherapeuten wissen nicht wie sie der Lage Herr werden sollen. Ungezählte Selbstständige, Künstler und Schauspieler wurden de facto ruiniert. Menschen in Pflegeberufen wurden diskreditiert. Die Belastungsgrenzen für das Personal im Gesundheitswesen wurden deutlich überschritten. Die Folgen werden wir alle noch zu spüren bekommen. 

Die Grundlage des Handelns war der Glaube nicht das Wissen. Das müssen wir uns vor Augen führen. Mich hat erschüttert wie schnell eine kollektive Hysterie entstehen kann und wie einfach verfassungsmäßige  Rechte eingeschränkt werden können. Was geschieht in dieser Republik wenn die Lage wirklich einmal ernst wird ?. Ich mag mir das gar nicht vorstellen.

So genug gemosert.

Was gibt es Neues in der Praxis?

Elfriede Joostberends hat uns auf eigenen Wunsch verlassen um  den wohlverdienten Ruhestand zu genießen. Wir wünschen Ihr alles Gute für die Zukunft.

Unser Praxishund wächst und gedeiht. 13 Wochen ist er jetzt alt und wiegt schon über 14 Kilo ..!! Wir haben viel Spaß mit Ihm. 

Nun zum Fachthema dieser Ausgabe. 

Mundspülungen mit ätherischen Ölen: Sinnvoll oder nicht?Die regelmässige Entfernung (2 x im Jahr professionell in der Praxis) des oralen Biofilms ist die nachgewiesenermaßen wirksamste Methode zur Vorbeugung parodontaler (Zahnhalteapparat)  Erkrankungen. Bei der häuslichen Mundhygiene gehört neben der Anwendung der Zahnbürste (möglichst elektrisch) auch die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder wo möglich mit Interdentalbürstchen dazu. Seien  wir ehrlich: wir alle wissen um die Bedeutung der Zahnzwischenraumreinigung doch an der Umsetzung im Alltag mangelt es häufig.

 Aktuelle Umfragen haben ergeben das der Anteil der Befragten die regelmäßig (mindestens 1 x pro Tag) Zahnseide benutzen bei ca. 35 % liegt. Noch weniger benutzen Interdentalraumbürstchen. Ziel  einer Studie war es herauszufinden welchen Beitrag zur Verbesserung der häuslichen Mundhygiene Mundspülungen mit ätherischen Ölen leisten können. Wie die Studie im Detail aufgebaut ist erspare ich Ihnen. Wie hat Helmuth Kohl immer gesagt: Entscheidend ist was hinten herauskommt. Also hier gleich die Ergebnisse.

  1. Die Anwendung von Spüllösung hat eine höhere Akzeptanz bei dem Patient:innen als Zahnseide oder Zwischenraumbürste.
  2. Die Probanden haben 2 x täglich (morgens und abends) nach dem Putzen mit der Bürste 30 Sekunden gespült.
  3. Bereits nach 12 Wochen konnte eine Reduktion der Zahnzwischenraumbeläge um 28,4 % festgestellt werden 

Fazit: It works! Mein Tipp: 2 x täglich Reinigung mit Bürsten, 1 x täglich Reinigung der Zwischenräume mit Zahnseide, 2 x täglich anschliessend 30 Sekunden spülen mit Mundspüllosungen mit ätherischen Ölen. 

Produktbeispiel: Listerine Cool Mint

Mein Werder Kommentar: Was so eine Zahnlücke doch alles bewerkstelligen kann! Leider hat es nicht gereicht. Liebe Grüße an Hansi Flick.

Der Spruch dieser Ausgabe stammt von Philip Rosenthal (Industrieller und Politiker 1916-2001)

„Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein“.

In diesem Sinne: Bleiben Sie uns treu und (Zahn)-gesund.

I h r Dirk Schlieper