Liebe Patienten,

Willkommen in 2020. Ich hoffe Sie hatten einen guten Start ins neue Jahr. Ich habe den Jahreswechsel wie immer verschlafen. War auch nicht schlecht und ich war topfit am nächsten Morgen.

Wie auch immer: bleiben Sie gesund.

Es könnten wilde 20iger vor uns liegen. Krisenherde gibt es genug in der Welt. Und die Strategen die diese Entwicklung wesentlich beeinflussen können sind nicht ohne und vor allem unberechenbar. Wozu sie in der Lage sind hat das Beispiel im Iran vor kurzem bezeigt. Auch wenn der General nicht sauber war und Strafe verdient hat, so kann es doch nicht sein das sich Herr Trump herausnimmt ihn einfach abzuknallen. Und keiner zieht ihn zur Rechenschaft. Gemeinschaftliches Abducken und wegschauen war angesagt. Und die Hoffnung dass die Gegenreaktion nicht allzu heftig ausfallen wird steht im Raum. Wir werden sehen was passiert.

Die größten Sorgen der Deutschen am Jahreswechsel sind nach Umfragen der Klimawandel und der Erhalt von Arbeitsplätzen. Dazu ein Beispiel aus dem ARD Morgenmagazin. Die Reporterin hat dazu  in einer Fußgängerpassage Passanten befragt. Ein Mann mittleren Alters antwortete auf die Frage wovor er an meisten Angst habe mit der Vorstellung, dass er arbeitslos zu Hause sitzen würde und seine Tochter Freitag statt zur Schule zur Demo gehen würde. Der Mann arbeitet in der Automobilindustrie. Seine 14jährige Tochter geht aufs Gymnasium. Denken Sie mal kurz über die Antwort nach. Da steckt einiges drin.

Was gibt es neues in der Praxis?

Wir haben unser vorerst letztes Ausbildungsverhältnis im Einklang mit der Berufsschule beendet. Ganz ehrlich. Ich habe die Nase voll. Mich nerven diese Schlagzeilen in der Presse ziemlich. Die Betriebe bilden zu wenig aus heißt es da. Bei mit surrt es im Ohr: work/life balance, from 9+5; home office höre ich da. Die Bezahlung ist natürlich auch zu schlecht. Bei uns stehen EUR 750,00 im ersten Ausbildungsjahr zu buche. Bei mir waren es DM 110,00 im ersten Lehrjahr – so hieß es damals. Das waren ja auch noch ganz andere Zeiten höre ich Sie denken. Recht haben Sie.  Es waren die Jahre in denen die Basis für unseren heutigen Wohlstand gelegt wurde. Und es verspricht spannend zu werden wie wir das Niveau halten wollen. Mit dem aktuellen Bildungsniveau und den teilweise erschreckenden körperlichen Zuständen ganz sicher nicht. Das sind für mich 2 ganz wesentliche Themen die es in 2020 dringend anzugehen gilt. Wir haben eine langjährige Patientin für uns gewinnen können. Frau Gerlinde Asman wird ab Februar in unserer Praxis arbeiten. Willkommen im Team. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

Das Fachthema beschäftigt sich heute mit dem Versprechen der gesetzlichen Krankenkassen und was dahinter steckt. Mehr Geld für den Zahnersatz war die reisserische Überschrift über den Artikel was sich für den Verbraucher beim Thema Gesundheit ändert. Bis zu 75 % kann der Festzuschuss steigen liest man da, wenn das Bonusheft seit 10  Jahren geführt wird. Dass es sich um den Zuschuss zur sog. Regelversorgung handelt wird in einem Nebensatz zwar erwähnt, was das bedeutet erklärt man nicht.

Ein Beispiel: Die Regelversorgung für eine Krone auf einem Backenzahn ist eine Metallkrone. Die ist ästhetisch sicher nicht mehr zeitgemäß und metallurgisch zumindest bedenklich ähnlich wie das Amalgam – ebenfalls eine Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkasse. Ich stelle mir gerade vor Sie gehen in ein VW-Autohaus und der Berater stellt Ihnen einen Golf I Baujahr 1978 als das für Sie optimale Fahrzeug vor. Frei nach dem Slogan der Krankenkasse: ausreichend, zweckmäßig und auf Dauer wirtschaftlich – so soll Ihre Zahnversorgung nämlich sein. Von zahnmedizinisch indiziert und individuell sinnvoll steht da nichts.

Aber jetzt mal Butter bei die Fische. Der Zuschuss für die o.g. Metallkrone beträgt EUR 204,40 zur Zeit im besten Fall. Ab Oktober gibt es dafür satte EUR 30,00 mehr, wenn Sie diese Voraussetzungen alle erfüllen. Übrigens – wieso erst ab Oktober – also in 9 Monaten. Dass kann ich Ihnen genau sagen. Die Kassen hoffen dass möglichst viele von Ihnen das perfide Spiel gar nicht durchschauen und den Zahnersatz der aufschiebbar ist erst ab Oktober anfertigen lassen werden. Dann haben die Kassen in den ersten 9 Monaten so viel angespart, dass die erhöhten Zuschüsse ab Oktober aus der Portokasse bezahlbar sind. Nicht schlecht gemacht muss man anerkennen.

Warum eigentlich nicht sofort sollten Sie Ihre Krankenkasse fragen. Die schwimmen schon seit Jahren im Geld. Das sind Ihre Versicherungsbeiträge und die soll eine Krankenkasse nicht verwalten, sondern sinnvoll für Sie einsetzen. Ich höre jetzt lieber auf,  mein Blutdruck steigt nämlich schon merklich. Einen habe ich noch. Ihre Beiträge steigen in 2020 – ab Januar versteht sich.

Es bleibt mir nur ein Hinweis für Sie: die Stiftung Warentest hat unter test.de/analyse Zahnzusatzversicherungen einen wie ich meine soliden Überblick zusammengestellt. Empfehlenswert.

Weniger empfehlenswert sind meine Bremer. Da habe ich die Befürchtung dass es 2020 in die Hosen geht. Lokalderby in Liga 2 „“ mit dem HSV …. Aber Sie wissen ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Damit sind wir schon bei den Sprüchen. Ich habe heute einen sehr schönen wie ich meine von Henry Ford:

Zusammenkommen ist ein Beginn

Zusammenbleiben ist ein Fortschritt

Zusammenarbeit ist ein Erfolg

In diesem Sinne alles Gute für 2020

I h r

Dirk Schlieper