Praxis-Intern IV/2019

Liebe Patienten,

als ich am Sonntag (07.07.2019) einen Leserbrief für die GN geschrieben habe, überfiel mich plötzlich ein ungutes Gefühl und der Gedanke: Du hast doch nicht etwa … Und ich habe es vergessen die 4. Ausgabe 2019 von PRAXIS-INTERN  zu schreiben. Deshalb erst heute mit 10 Tagen Verzögerung die aktuelle Version. Ich schiebe es mal auf die Hitzewelle die uns wirklich zu schaffen  gemacht hat in Kombination mit den Pusteln die die Härchen der Eichenprozessionsspinner inklusiv dem Juckreiz hinterlassen haben. Zum Glück sind bislang die Gewitter ausgeblieben. Wer jetzt noch ernsthaft den Klimawandel ignorieren will, dem ist sicher nicht mehr zu helfen.

Das gilt auch für Altkanzler Schröder der monierte in der Presse das Thema werde politisch zu sehr in den Vordergrund gestellt. Die Probleme im Land seien vielschichtiger Arbeitskräftemangel an allen Fronten, Defizite im Bildungswesen, Engpässe bei den Kitas sind nur einige Punkte die er nannte. Im Grunde hat er ja Recht. Am meisten ärgert ihn aber das der Klimawandel schon seit ewigen Zeiten auf den Fahnen der Grünen steht und denen glaubt man deshalb mehr und traut Ihnen auf diesem Gebiet mehr zu als den Genossen. Die Zahlen bei den letzten Wahlen sprechen eine deutliche Sprache. Grüne im Plus – Genossen im Minus.

Was gibt es  Neues in der Praxis?

Unsere IT-Anbindung hat reibungslos funktioniert. Das Gerät läuft seit Mai fehlerfrei und überträgt alle Daten an einen Zentralrechner in Frankfurt. Tut mir leid aber wir wurden mit Honorarabzugsdrohungen gezwungen mitzumachen. So werden wir wahrscheinlich alle noch ein bisschen gläserner.

Am 12. Juli beginnt unser Sommerurlaub. Ab dem 29.07.2019 sind wir wieder für Sie da.

Aus aktuellem Anlass greife ich in meinem Fachbeitrag das Thema: Weniger Zahnverluste durch elektrische Zahnbüsten? noch einmal auf. Die Uni Greifswald hat sich in einem Beobachtungszeitraum von 11 Jahren mit den Folgen des Gebrauchs von elektrischen Zahnbürsten auf die Mundgesundheit beschäftig. Hier eine kurze Bewertung der Studie:

Folgende Kernaussagen lassen sich aus der Studie herauslesen:

  1. Lange Zeit galten normale Zahnbürsten als genauso effektiv wie elektrische. Allerdings haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien Hinweise darauf geliefert, dass elektrische Bürsten bei gleicher regelmäßiger Anwendung eine effektivere Mundhygiene durchführen.
  2. Zwar sind bei optimaler Handhabung mit manuellen Zahnbürsten vergleichbare Ergebnisse erzielbar. Allerdings hat eben nicht jeder Anwender die perfekte Technik. Die elektrische Zahnbürste macht es quasi automatisch richtig. Bei der Vorbeugung der Parodontitis besetzt die elektrische Zahnbürste nach neuesten Studien Vorteile. Entscheidend ist aber gleichzeitig ein positives Mundgesundheitsbewusstsein.
  3. Bei Karies macht die Wahl der Zahnbürste keinen großen Unterschied. Hier spielen Fluoride in der Zahnpasta zum Schutz der Zähne eine größere Rolle. Gleichzeig muss man feststellen, dass die Autoren auch selbstkritisch mit möglichen Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen, umgegangen sind. So sind die Nutzer der elektrischen Zahnbürsten (PTB) jünger, haben einen höheren Bildungsstatus, ein besseres Mundgesundheitsbewusstsein und zeigen mehr körperliche Aktivität. Entsprechende statistische Auswertungsmethoden haben zwar bei Einschluss/Ausschluss dieser Faktoren keinen Unterschied in der Aussage gezeigt, aber die Autoren weisen darauf hin, dass dieser nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann. Auch wir haben auf der Grundlagre der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie gesicherte Erkenntnisse, dass der Bildungsstatus und das verbesserte Mundgesundheitsbewusstsein (siehe auch Selbstwirksamkeitserwartung) in der Bevölkerung einen positiven Einfluss auf die Mundgesundheit sowohl bei der Karies als auch bei der Parodontitis besitzen. Auch ist anzunehmen, dass Einflüsse des Gesundheitssystems mit der deutlichen Zunahme von präventiven Leistungen in de Zahnarztpraxis, aber auch ein höheres generelles Gesundheitsbewusstsein, positive Einflüsse unmittelbar auf die Durchführung der Mundhygiene besitzen. Schließlich sind seit Einführung der Prophylaxe in den Schulen, aber auch in den Zahnarztpraxen sehr viel mehr Mundhygienetraining und Motivation vor allen Dingen für jüngere Altersgruppen erfolgt – und das hat positive Auswirkungen. Jüngere partizipieren von dieser Entwicklung natürlich mehr.
  4. Zudem geht man auch kritisch auf die kleine Stichprobe von Patienten mit schweren Parodontalerkrankungen ein. Auch hier könnte eine Verzerrung des Ergebnisses erfolgen. Jedoch wurde gerade bei dieser Patientengruppe kein Einfluss der PTB (elektrische Zahnbürste) gefunden. Erklärend sei hinzugefügt – wie auch von den Autoren dargestellt -, dass bei älteren Patienten auch sehr viel mehr Faktoren neben der Mundhygiene (zum Beispiel medizinische Erkrankungen) bei der Entstehung einer Parodontitis wirken. Grundsätzlich darf  man aus unserer derzeitigen Sicht im Ergebnis der Studie feststellen, dass elektrische Zahnbürsten einen relevanten positiven Einfluss bei der Prävention der Entstehung beziehungsweise des Fortschreitens einer beginnenden Parodontalerkrankung besitzen. Jedoch sollte man aus unserer Sicht die positiven Verhaltungsänderungen in der Bevölkerung dabei nicht unterbewerten. Ganz offensichtlich ist die  Anschaffung einer elektrischen Zahnbürste mit einem stärkeren mundgesundheitsbezogenen Gesundheitsbewusstsein verbunden und zwar in dem Sinne, dass man mehr in orale Prophylaxemittel zu investieren bereit ist und damit die subjektive Erwartung verknüpft, eigene orale Erkrankungsrisiken weiter abzusenken.

Natürlich gibt es zum Abschluss auch wieder einen Werder Kommentar. Herr Kruse hat sich gegen Bremen und für Istanbul entschieden. Dort spielt er auch nicht international und verdient auch nur bei entsprechenden Erfolgsprämien das gleiche oder etwas mehr Geld. Da hat er sich mal wieder gründlich verzockt. Fußball kann er zweifelsohne gut spielen aber sonst ist er leider nicht die hellste Herze auf dem Kranz. Ich glaube es ist nicht die schlechteste Lösung für Werder. Warten wir’s ab.

Einen Spruch habe ich auch noch für Sie. Den habe ich an einer Strandbude auf Borkum entdeckt.

„Wenn der letzte Strohhalm an dem Du Dich festhälst in einem Gin Tonic steckt ist alles halb so schlimm“.

In diesem Sinne schöne Ferien und kommen Sie gut durch die Zeit.

Ihr  Dirk Schlieper