Liebe Patienten,

Liebe Patienten,

Willkommen in 2018. Sie lesen gerade die erste Ausgabe Praxis-Intern des neuen Jahres. Ich spare mir an dieser Stelle die Sprüche über die viel zu schnell vergehende Zeit. Wir können doch nichts dagegen machen. Was Sie tun können und das empfehle ich Ihnen unbedingt: genießen Sie das Leben so gut es geht und freuen Sie sich auf jeden neuen Tag den Sie erleben dürfen. Fällt sicher nicht immer leicht, aber auch hier gilt: Übung macht den Meister. Denken Sie an mein Goethe-Zitat im letzten Praxis-Intern. Erfolg hat drei Buschstaben – T U N.

Was gibt es neues in der Praxis?

Erfreulicherweise sind wir mit der gleichen Besetzung im neuen Jahr angetreten und ich möchte es gerne auch mit der unveränderten Mannschaft ausklingen lassen. Schauen wir mal. Verstärkung können wir allerdings immer gebrauchen. Wenn Sie im Bekannten- oder Freundeskreis jemanden haben der einen Ausbildungsplatz oder auch eine Veränderung am Arbeitsplatz sucht sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns über jedes  Interesse.

Nun zum Fachthema dieser Ausgabe:

Ich möchte Sie unbedingt noch einmal auf die immense Bedeutung der Prophylaxe und der korrekten Durchführung des wesentlichen Bestandteiles der professionellen Zahnreinigung auf dem wissenschaftlich neuesten evidenz basierten Stand hinweisen. Auf Neudeutsch heißt das „Guided Biofilm Therapie“. Zunächst einmal möchte ich Ihnen erklären was Biofilme überhaupt sind.

Biofilme sind bakterielle Lebensgemeinschaften die speziell an Grenzflächen auftreten wo es feucht, warm und die Etablierung von Bakterien fast ungestört ist. Dies gilt u.a. für Blumenvasen, Kaffeeautomaten und Wasserrohre aber eben auch für die Mundhöhle. Die klassischen Mundhöhlenerkrankungen – Karies und Parodontitis – sind eng mit diesen bakteriellen Belägen verbunden. Grundlage für die Entstehung bakterieller Biofilme ist das Vorhandensein einer Oberfläche und sogenannter Pionierkeime. In der Mundhöhle kommen die Pionierkeime planktonisch (im Wasser schwimmend) gelöst im Speichel vor und heften sich an der Oberfläche der Zähne an. Diese erste Anheftung kann durch unterschiedliche Ladungsverhältnisse zwischen Bakterien und dem Schmelzoberhäutchen gefördert werden. Die Teilung und Vermehrung  beginnt wenn der Pionierkeim an der Anheftungsstelle ideale Lebensverhältnisse vorfindet die von Bakterium zu Bakterium unterschiedlich sind.

Es spielen das örtliche Sauerstoffangebot, der pH Wert oder die Ladung eine Rolle. Zunächst wächst der Bakterienrasen seitlich, dann in die Höhe. Begleitend wird durch die Bildung von Zuckeransammlungen außerhalb der  Zellen die Anhaftung an der Oberfläche verbessert und eine starke Bindung zwischen den Bakterien aufgebaut. Es entsteht somit ein zäher, strukturierter Belag der von einer Hülle ummantelt wird, die den Bakterien Nahrung und Schutz bietet. Hat sich die so entstandene Lebensgemeinschaft ausreichend etabliert wandern neue Pionierkeime aus der Hülle heraus und sichern sich neue Lebensräume. Somit kann der begonnene Biofilm wachsen und sich räumlich ausdehnen . Ein ausgewachsener Biofilm besteht nur zu 15-20 % aus Bakterien selbst. Etwas 75-. 80 % der Masse machen die äußerliche Mischung aus Wasser und zuckerähnlichen Stoffen aus.

So das musste sein. Sind Sie noch dabei ? Es liegt mir sehr am Herzen das Sie verstehen was wir mit der Prophylaxe erreichen wollen und wie wichtig das für Ihre Gesundheit ist. Also los – machen wir weiter!

Der orale Biofilm ist der wichtigste ursächliche  Faktor für Karies, parodontale (den Zahnhalteapparat betreffend) und periimplantäre  (um Implantate) Entzündung. Parodontitis erhöht das Risiko für systemische Erkrankungen wie z.B. Herz-/Kreislauf Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Arthritis (Gelenkentzündungen) und v.a. Diabetes (Zuckererkrankung). Gute häusliche Mundhygiene in Verbindung mit regelmäßiger professioneller Zahnreinigung hält den Biofilm unter Kontrolle – für bessere Mund- und allgemeine Gesundheit.

So und jetzt  noch ein wenig zur praktischen Durchführung.

Zunächst wird der Biofilm immer mit einer Färbelösung sichtbar gemacht. Das ist ganz wichtig um ganz gründlich reinigen zu können – nicht um zu ärgern. Dann wird der Biofilm und junger Zahnstein effizient mit dem Pulverstrahlgerät entfernt. Wir haben Geräte der neuesten Generation und Pulver das man wirklich ertragen kann. Ich bin selbst wirklich kein Held – aber das hält man aus. Also bitte nicht verweigern. Paste und Bürstchen sind deutlich ineffektiver. Wenn nötig wird verbleibender Zahnstein mit Ultraschall oder Handinstrumente entfernt. Im Extremfall können wir die besonders empfindlichen Zähne gerne auch betäuben.

Die Bedeutung der Zungenreinigung hatte ich bereits thematisiert in einem Praxis-Intern 2017. Auch hier gilt: bitte unbedingt durchführen lassen und noch besser – zu Hause weitermachen. Politur wo nötig und Fluoridierung schliessen die professionelle Zahnreinigung ab. Das alles erklären Ihnen meine speziell ausgebildeten Prophylaxeassistentinnen gerne in ihren dafür vorgesehen Behandlungsräumen die mit dem dafür notwendigen Equipment ausgestattet sind. Prophylaxe zwischendurch gibt es bei uns nicht. Wie heißt es so schön in dem Werbeslogan   – Feel  the difference !!

Haben Sie alles gelesen? Tapfer – ich bin stolz auf Sie.

Dafür gibt es in dieser Ausgabe nur einen kurzen Kommentar zur aktuellen politischen Lage , denn dazu fällt mir wirklich nicht mehr viel ein. Mir wird ganz anders wenn ich die trostlosen Figuren und damit meine ich auch Frau Merkel, Herrn Schulz und ganz vorne  Herrn Seehofer sehe und das was Sie uns als politische Arbeit darbieten. Dazu fällt mit nur der ACI  DC Song ein … we are on the highway to hell.

Dahin könnte es auch für meine Werderaner gehen. Auch wenn die 2te Liga nicht schlecht und düster ist wie das Szenario im Polit-Dschungel.

Einen Spruch habe ich natürlich und noch für Sie.

„Wer etwas will, findet Wege – wer etwas nicht will, findet Gründe“ (Götz Werner)

Der passt doch gut zum aktuellen Regierungsbildungsgewurschtel oder ?

In diesem Sinne kommen Sie gut durch die Zeit bis zum 2ten Praxis-Intern 2018

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Dirk Schlieper