Liebe Patienten,

was für ein Sommer …. Aber geht es Ihnen wie mir – ich kann die Wärme nicht mehr ertragen. Ich freue mich auf den Herbst mit hoffentlich angenehmen Temperaturen zwischen 15° und 20 °. Regnen darf es auch hin und wieder. Wenn Sie anderer Meinung sind kann ich Sie beruhigen:  wir können  – zum Glück – das Wetter nicht beeinflussen sonst würden wir uns darüber wahrscheinlich auch noch streiten .  Streit und Krisenherde haben wir zur Genüge in der Welt.

Ich habe Sorge das irgendein Fass in der Welt zum Überlaufen kommt. Und dann kann es   problematisch werden. Kein Krisenherd wo auch immer in der Welt ist so weit weg dass seine Eskalation keinen Einfluss auf uns haben kann. Wir leben nun einmal in einem Zeitalter der Globalisierung. Ganz nah und immer noch furchtbar finde ich die Flüchtlingspolitik in unserem Lande. Ich kann die Italiener gut verstehen dass sie sauer sind und sagen irgendwann ist Schluss. Das heißt nicht das ich dafür bin das die Menschen nicht mehr aufgenommen werden und in Booten verharren und wieder zurückfahren sollen. Da sind wir alle in Europa gefragt. Im Osten wie im Westen und im Norden. Im Süden kommen Sie halt an und dann sollte man Sie nach einem gerechten Verteilungsschlüssel aufteilen. Aber da kann man sehen was die EU bzw. Europa wert sind. Zusammenhalt sieht anders aus.

Jeder denkt nur an sich selbst und an seine Vorteile. Die Griechen haben 300 Milliarden gerne aus dem Schirm genommen. Ab 2030 sollen sie zurückzahlen.  Wer’s glaubt wird selig … Im Osten Europas baut man Zäune und postuliert dass man keine Flüchtlinge aufnehmen will. Das überlässt man lieber den anderen Mitbewerbern. So könnte man viele weitere Beispiele nennen die zeigen wo die EU nicht funktioniert. Es gibt allerdings auch positive Aspekte, nur die werden wie im Fernsehen üblich nicht vermeldet. Only bad news are good news. Positive Schlagzeilen sind langweilig

Die Schuld allein bei den Politikerinnen und Politikern zu suchen wäre sicher zu einfach. Aber etwas ist natürlich schon dran. Die Flüchtlinge kommen schon seit 2015 und wir haben weder in Deutschland noch sonst wo in Europa ein schlüssiges Integrationskonzept. Wegzaubern können wir die Menschen nicht. Das wäre auch unklug denn wir werden sie noch brauchen. Die Globalisierung der Welt kann man nicht einfach ignorieren. Man muss sich mit Ihr arrangieren und damit leben. Je eher wir das kapieren und danach handeln desto besser.

Was gibt es Neues in der Praxis?  Wir sind ruhig und vollzählig durch den Sommer gekommen. Unsere „Neuen“ haben sich eingearbeitet. Wir sind gerüstet für einen stürmischen Herbst.

Einen habe ich noch, zur Zeit mein Lieblingsthema „die Datenschutzverordnung“ oder besser das „Gesetz zur Lähmung von Aktivität“.

Die Datenschutzverordnung dient offenbar dazu, die Aktivität der Individuen, selbstständigen Freiberufler und kleinen Gewerbetreibenden zu lähmen oder sie in die Illegalität zu drängen. Nur noch große Gewerbe- und Produktionseinheiten können es sich wirtschaftlich erlauben, Personen zu beschäftigen, die die Vorschriften lesen, sie kennen, sich organisatorisch und inhaltlich mit der nominellen Einhaltung und Erfüllung aller Vorschriften befassen – ohne aber einen produktiven Prozess oder die Dienstleistung selbst zu unterstützen.

Kleine Betriebe, Dienstleister oder Start-ups sollen abgeschreckt werden, sich auf dem Markt zu betätigen. Durch Nennung von Strafen, Gebühren und Bußgeldern werden Menschen abgehalten, überhaupt tätig zu werden. So soll die Konkurrenz von Großbetrieben und Konzernen von vorneherein behindert werden.

Unter dem Titel „Verbraucher- und Datenschutz“ werden zunächst alle Menschen, die etwas produzieren oder Dienstleistungen erbringen möchten, dann Angebote formulieren und Kunden suchen, Daten erheben, Fotos herstellen, Adressen aufschreiben, Kostenvoranschläge oder Rechnungen stellen, Buchführung erledigen, Dokumente erstellen unter den Pauschalverdacht gestellt, sie wollten damit Missbrauch treiben.

Es müssen zu diesen Tätigkeiten jetzt nämlich zunächst Prozesswege beschrieben werden, Checklisten erstellt, zuständige Personen benannt, informiert, instruiert und kontrolliert werden, und zwar in wiederkehrenden Prozessen. Das eigentliche Produkt oder die Dienstleistung ist weniger wichtig.

Der Frisör hat eine Homepage, auf den Kunden sich selbst einen Termin buchen können? Wissen die Kunden, dass ihre Buchungen und Emails aufgezeichnet werden? Der Automechaniker schreibt Auftragszettel, listet seine Reparaturleistungen und verbrauchte Ersatzteile auf, schreibt Rechnungen und notiert die Zahlungsmoral? Der Tischler hat einfach eine Kundendatei, in der die Tür- und Fensterfabrikate notiert sind, ohne dass die Kunden ihr Einverständnis dazu gegeben haben? Hat er die Lieferanten um Erlaubnis gebeten, ihre Daten aufzuheben? Der Lebensmittelhändler hat eine Telefonanlage, die Anrufdaten aufzeichnet? Der Pizzabäcker weiß, dass der Besteller eine glutenfreie Pizza in die Bahnhofstraße 4, 1. Stock bestellt? Darf er das?

Müsste nicht vor jedem Telefonat die Warnung geschaltet sein: Achtung, wenn Sie diese Nummer wählen, kann Ihre Nummer vom Zielgerät gespeichert werden? Müsste nicht jeder Briefschreiber gewarnt werden: Achtung, wenn Sie einen analogen Brief an eine Adresse schreiben, lieber keinen Absender angeben, damit der Absender nicht gespeichert werden kann. Oder sollte nicht grundsätzlich die verbale und nonverbale Kommunikation unter Vorbehalt gestellt werden: Achtung wer eine Botschaft wie auch immer sendet, der Sender und die Botschaft könnten ermittelt, vernommen und in einem Gehirn gespeichert werden. Die Lösung ist dann extrem schwierig.

Es gibt eigentlich nur drei Wege, wie man mit der Datenschutzgrundverordnung umgeht.

  1. Man steckt Arbeitszeit, Arbeitskraft, Menschen und Hardware in die Erfüllung und muss dies bezahlen und den erhöhten Aufwand den Kunden in Rechnung stellen. Das verteuert wunderbar alle Dienstleistungen und Produkte im Gültigkeitsgebiet der Datenschutzgrundverordnung. Je kleiner die produktive Einheit oder Dienstleistungsgesellschaft, desto eher der Ruin.
  2. Man bietet seine Produkte oder Dienstleistungen anonym auf Wochenmärkten an, lässt sich bar bezahlen oder benutzt den So wenig wie möglich aufschreiben. Namen, Telefonnummer auswendig lernen. Keine Daten oder Spuren hinterlassen. So auch Steuern vermeiden.
  3. Man resigniert, ist wenig aktiv, lässt sich anstellen und tut nur das, was einem gesagt wird und unbedingt gemacht werden muss. Fernziel ist das bedingungslose Grundeinkommen.

Fazit: Wer hat sich diesen Wahnsinn nur ausgedacht? Sind es die Verschwörungstheoretiker  gewesen, bezahlte Lobbyisten oder Großkonzerne, Mafiosi, die Sand in ein funktionierendes Gemeinwesen streuen? War es gut gemeint? Waren es Trump, Putin, Xi Jinping einzeln oder gemeinsam? Oder die Marx Brothers? The Monty Python’s Flying Circus? Genau!

 

Und was machen meine Bremer? Kaufen gross ein, träumen von einer Rückkehr in die Euro oder gar Championsleague und spielen 1:1 gegen Hannover. Toller Start. Die Bayern machen es vor: mit einer lupenreinen Schwalbe vor den Augen des Video-Beweises fahren Sie in die ersten drei Punkte ein. Aber das sind eben auch die Bayern ..  mia san mia.

Zum Abschluss noch einen weisen Spruch:

„Wenn Du nicht weißt, wohin Du gehst, wie kannst Du dann erwarten, dort anzukommen?“ (Basil S. Walsch)

In diesem Sinne kommen Sie gut durch den Herbst. Eine schöne Zeit wünscht

 

Ihr

Dirk Schlieper